Zitat AS

August Sauer verfasste für die zweite Auflage von Karl Goedekes Grundrisz zur Geschichte der deutschen Dichtung, der nach dem Tode des Verfassers von Edmund Götze fortgeführt wurde, einen Abschnitt, der sich mit österreichischen Dichtung zwischen 1770 und 1815 beschäftigte. Sauer hatte den § 298 in den Heftlieferungen 17 und 18 (1897) begonnen und in Heft 19 (1898) abgeschlossen. Sauers § 298 wurde wegen seines großen Umfangs oft kritisiert - das Zitat bezieht auf eine Rezension des Germanisten Rudolf Fürst.

Datum: 
Montag, 10. Oktober 1898
Datumsangabe: 
10.10.1898
Zitat: 

Sie sehen, daß es mir an Ärger u. Sorgen nicht fehlt. Am meisten verdroß mich Fürsts Perfidie, der, obgleich er früher an diesen meinen Studien lebhaften Antheil genommen, mir seine eigenen Notizen zur Verfügung gestellt [un]d Nachträge eingefügt hatte, meinen § 298 in der „Zeit“ u. vermutlich auch in der „Gegenwart“ unqualificierbar verhöhnte und da Goetze durch seinen Umfang ohnehin schon kopfscheu geworden war u. zu streichen begonnen hatte, so habe ich zum Schaden noch den Spott zu ertragen. So drängt mich eigentlich alles dazu hin, mich vom publicistisch-betriebsam-litterarischen Leben ganz zurückzuziehen und wie Sie nur der Untersuchung zu leben und je früher dieser Tag, der mich mir selbst zurückgibt, einträte, desto besser wär es für mich, meine Gesundheit, meine Zukunft und mein Arbeiten. So bindet man sich selbst die Ruten, mit denen man todtgegeißelt wird.

Interner Vermerk: 
Euphorion V, 1898, S. 374-378 Rudolf Fürst: Ein Stück Altösterreich. In: Die Zeit, 3.9.1898, S. 154–156