Brief von Bernhard Seuffert an August Sauer in Lemberg am 10. Juni 1882. Samstag

Faksimile fehlt.

Würzburg 10 VI 82.
Herzogeng. 5

Lieber herr kollege,

Ihre vertrauliche mitteilung nehme ich gar nicht tragisch. Selbst mit Ihnen als mitarbeiter wird die Spemannsche bibliothek den DLD nicht gefährlich werden können; um zu konkurrieren müsste man gleiche tendenzen haben. In der beziehung fürchte ich jetzt nur Mohr-Siebeck.
 Komisch war, dass ich eben die Kindermörderin, deren herausgabe bei mir Erich Schmidt zugesagt hat, angekündigt hatte auf der umschlag korrektur des 6. heftes, als ich 12 stunden später Ihren brief empfing. Da ist nun nichts zu machen, und Sie werden Schmidts ausgabe den vorrang ablaufen. An Lenz neudrucke dachte ich noch nicht: ich habe ein stück teilweise kollationiert, Erich Schmidt ein anderes: wir fanden beide, dass die originale zu wenig von den Tieckschen drucken abweichen. Müllers Faust – seis drum; ich hoffe er hat sein publikum schon gefunden u. wird in der einzelausgabe auch dann noch verkäuflich sein, wenn er in Ihren sammelbänden steht. So verstehe ich wenigstens Ihre angabe, dass Sie in 2 bänden eine auslese zusammendrucken lassen wollen oder sollen.
 Müllers Genovefa will ich auch nicht bringen, wenigstens zunächst nicht. Sie erhalten anbei meine kollation. Bei Ihrer verwendung müssten Sie freilich wegen meiner stellung zur familie des toten besitzers der hs. sagen, dass ich durch Hettners güte eine kollation von der hs. machen durfte.  Entschuldigen Sie unreifheiten derselben damit, dass ich dieselbe in vorarbeiten meiner ersten litterrarischen tätigkeit machte. Orthographisch habe ich – damals in der zeit sehr gedrängt – nicht kollationiert, d. h. nur die kollationierten worte in der originalschreibung verzeichnet. Bei etwaigen differenzen der hsl. koll. mit der gedruckten liegt im druck der fehler, was Sie mir nicht allzu schwer ankreiden wollen. Den 1. druck korrigieren u. noch dazu so eilig, fiel mir nicht leicht.
 Nun haben Sie mich aber neugierig gemacht und wenn Sies nicht unverschämt finden, bitte ich um nähere auskunft. Ihrem verleger schadets ja nicht, zumal ich Ihnen diskretion eigens noch zusichere. Mir aber als leiter einer sammlung ist es von wert zu wissen, was mit den Göttingern von Ihnen beabsichtigt ist. Ich stehe im begriff, auch darüber ankündigungen zu machen, da ich jetzt ein grösseres zukunftsprogramm aufstelle, um prioritätsstreite zu vermeiden.
 Ferner möchte ich auch gerne fragen, wie es mit Ihrer österr. neudrucksammlung steht. Fragen kostet ja nichts u. Sie müssen ja nicht antworten.
 In DLD steht jetzt Wielands epos Hermann nach der hs. hg. v. Muncker. Die ersten korrekturen sind sämmtlich erledigt. Das ist heft 6.  Von 7 ‚Frkft Gel. Anz.‘ sind 5 bogen gesetzt; in den herbstferien erscheint die 1. hälfte, zu ende des jahres die zweite. In aussicht stehen: Bodmer, Charakter d. d. gedd. (krit. ausg.). Brentano, Wasa. Hagedorn, Versuch einiger gedd., Klinger Plimplamplasko (mit den holzschnitten), Moritz, Anton Reiser, AW Schlegel Ueber litt., kunst u. geist des zeitalters, Wagner, Kindermörd., Wieland, Erzählungen usf.  Die reihenfolge der erscheinungen ist noch nicht festgestellt. Sie hängt vom absatz des bisherigen u. von der bereitwilligkeit der mitarbeiter ab; ich muss nun werben gehen, da ich mich entlasten muss für andere sachen.  Bodmer macht mir Bächtold.
 Ihrem Kleist sehe ich sehr freudig entgegen u. trotz Ihren vorbehalten so kritisch streng wie dem 1. band. ich bin überzeugt, dass Ihre ausgabe stich hält. Aber Sie dürfen auf die anz. nicht drängen: ich hab furchtbar viel zu tun.
Eilig grüsst
Ihr
Seuffert.

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Sauer übernahm mehrere Ausgaben in Joseph Kürschners Editionsreihe Deutsche Nationallitteratur, die deutsche Texte von den Anfängen bis zur Goethezeit für ein größeres Publikum aufbereitete. Zwischen 1882 und 1899 erschienen 164 Bände im Stuttgarter Verlag W. Spemann sowie der Union Deutsche Verlagsgesellschaft. Sauer fürchtete, Seuffert durch die Mitarbeit zu verärgern. Dieser fürchtete die Konkurrenz der Nationallitteratur jedoch nicht.

Ihre vertrauliche mitteilung nehme ich gar nicht tragisch. Selbst mit Ihnen als mitarbeiter wird die Spemannsche bibliothek den DLD nicht gefährlich werden können;

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        <title level="a" n="1">Bernhard Seuffert an August Sauer in Lemberg<lb/>Würzburg, 10. Juni 1882 (Samstag)</title>
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