Brief von August Sauer an Bernhard Seuffert in Graz am (Anfang März 1894)

L. F. Zunächst muß ich bemerken, daß sie mein letztes Verzeichnis falsch aufgefasst haben. Weder bei den Borgisaufsätzen, so weit ich mich erinnere, ganz gewiß aber nicht bei den Rezensionen habe ich die Reihenfolge in der die einzelnen Beiträge erscheinen werden im Aug gehabt. Sondern weil der Verleger leider so ungeduldig ist und verlangte, daß in Fahnen zu drucken angefangen werde, habe ich ihm übersandt was nach meiner jetzigen Meinung ins erste Heft kommen soll u. das abgesandte schrieb ich wahllos in dem Briefe neben einander. Sowohl die Borgisaufsätze als die Recensionen ordne ich chronologisch. – Den Corpusaufsätzen einen gemeinsamen Titel zu geben

<p>L. F. Zunächst muß ich bemerken, daß sie mein letztes Verzeichnis falsch aufgefasst haben. Weder bei den Borgisaufsätzen, so weit ich mich erinnere, ganz gewiß aber nicht bei den Rezensionen habe ich die <hi rend="underlined">Reihenfolge</hi> in der die einzelnen Beiträge erscheinen werden im Aug gehabt. Sondern weil der Verleger leider so ungeduldig ist und verlangte, daß in Fahnen zu drucken angefangen werde, habe ich ihm übersandt was nach meiner jetzigen Meinung ins erste Heft kommen soll u. das abgesandte schrieb ich wahllos in dem Briefe neben einander. Sowohl die Borgisaufsätze als die Recensionen ordne ich chronologisch. – Den Corpusaufsätzen einen gemeinsamen Titel zu geben
verleitete mich die Rücksicht auf den Verleger & die Erwägung, daß Scherers Aufsatz doch nur ein Bruchstück ist; mit …. beginnt u mit …. schließt. Heute steht die Sache nun ein wenig anders. Ich habe nemlich auch einen offen[e]n Brief von Harnack; auch recht interessant über die Forderung daß allgemeine Artikel auch auf gründlicher Forschung beruhen und Forschungsartikel dem Allgemeinen zu streben sollen. Es wäre also folgende Ordnung wohl möglich. Kein Gesamttitel und keine Nummerirung sondern:
 Wissenschaftliche Pflichten.
 Aus einem Vortrag Wilhelm Scherers.
 
 Zwei offene Briefe an den Herausgeber
 1. Von O. .. Harnack in Rom
 2. Von Anton E Schönbach in Graz
 Von Centralanstalten für litterarhistorische Hilfsarbeiten
 von Jakob Minor in Wien
<pb/>verleitete mich die Rücksicht auf den Verleger &amp; die Erwägung, daß Scherers Aufsatz doch nur ein Bruchstück ist; mit …. beginnt u mit …. schließt. Heute steht die Sache nun ein wenig anders. Ich habe nemlich auch einen offen<damage agent="punchHole"><supplied>[e]</supplied></damage>n Brief von Harnack; auch recht interessant über die Forderung daß allgemeine Artikel auch auf gründlicher Forschung beruhen und Forschungsartikel dem Allgemeinen zu streben sollen. Es wäre also folgende Ordnung wohl möglich. Kein Gesamttitel und keine Nummerirung sondern:<lb/> Wissenschaftliche Pflichten.<lb/> Aus einem Vortrag Wilhelm Scherers.<lb/> <lb/> Zwei offene Briefe an den Herausgeber<lb/> 1. Von O. .. Harnack in Rom<lb/> 2. Von Anton E Schönbach in Graz<lb/> Von Centralanstalten für litterarhistorische Hilfsarbeiten<lb/> von Jakob Minor in Wien
 Gefällts Ihnen so? Besser als mit General und Sondertiteln? Für Harnack wäre letzterer ebenso schwer zu finden wie für Schönbach. Soll ich beide Briefe mit den Anfangs- und Schlußtiraden drucken lassen? Wird das nicht lächerlich sein?
 Über Bruchstücke aus Büchern denke ich eigentlich wie Sie und werde auch später nach dieser meiner Überzeugung handeln. Ich meinte Meyer gegenüber eine Ausnahme machen zu können, weil es kein ganzes Capitel wäre, sondern nur der Anfang eines solchen, ferner weil man diesem Buch doch eine ganz außergewöhnliche Spannung entgegenbringt. Daneben aus Noth. Die Abtheilung allgemeine Aufsätze ist einmal festgesetzt (leider! ich werde mein Kreuz damit haben) und nun hab ich gleich für die ersten Hefte nichts passendes. Fürs zweite bleibt
<pb/> Gefällts Ihnen so? Besser als mit General und Sondertiteln? Für Harnack wäre letzterer ebenso schwer zu finden wie für Schönbach. Soll ich beide Briefe mit den Anfangs- und Schlußtiraden drucken lassen? Wird das nicht lächerlich sein?<lb/> Über Bruchstücke aus Büchern denke ich eigentlich wie Sie und werde auch später nach dieser meiner Überzeugung handeln. Ich meinte Meyer gegenüber eine Ausnahme machen zu können, weil es kein ganzes Capitel wäre, sondern nur der Anfang eines solchen, ferner weil man diesem Buch doch eine ganz außergewöhnliche Spannung entgegenbringt. Daneben aus Noth. Die Abtheilung allgemeine Aufsätze ist einmal festgesetzt (leider! ich werde mein Kreuz damit haben) und nun hab ich gleich für die ersten Hefte nichts passendes. Fürs zweite bleibt
mir ev. nichts übrig als Karl Werners Aufsatz ‚Thorwaldsen u. Hebbel‘ groß drucken zu lassen, der genau genommen nichts ist als ein etwas besseres Feuilleton aus der allgemeinen Ztg. –
 Köster sandte einen recht interess. Aufsatz ‚Lessing u Gottsched‘; aber nichts für Abthl. I weil mit Lesarten. Mit Geiger haben Sie recht. Aber schließ ich ihn aus, so hab ich die ganze Judenmeute auf dem Hals. Mein Verleger ist ohnedies über ihn unglücklich u. bittet mich ihn wenigstens aus dem 1. Heft wegzulassen, was schwer möglich sein wird. Morgen kommen noch 4 Recensionen von Seemüller, dann mach ich die meinigen fertig (länger oder kürzer je nachdem [Ra]um ist) und dann Schluß!
 Ich wache und träume nur ‚Euphorion‘. Nachts tanzen mir Corpus, Borgis, Klein und Groß Petit Csardas vor den Augen; der Briefträger ist eine Staatsperson für mich geworden und immer gaukelt mir das erste Heft schwankend und irrelichterierend vor dem Blick. Ich hoffe, daß ich mit der Zeit ruhiger werde, sonst ist die Zeitschrift mein Ruin. Sie aber werden Gott danken, wenn ich Sie etwas mehr in Ruhe lasse.
 weiter auf S. 3 Ihre Recensionen sind schon in der Druckerei. Ändern Sie in der Correctur. – Von Ihnen erwart ich nichts mehr. Von Schönbach hab ich Gervinus, Keller, Grimmisches Wörterbuch sicher erwartet, mehrere Anfragen u. weiter auf S. 2 Anerbietungen andrer deswegen abgelehnt. Hoffentlich schickt er mir die Sachen fürs 2. Heft, das im Juni oder Juli erscheinen soll. Treulichst
 Ihr  AS.
<pb/>mir ev. nichts übrig als Karl Werners Aufsatz ‚Thorwaldsen u. Hebbel‘ groß drucken zu lassen, der genau genommen nichts ist als ein etwas besseres Feuilleton aus der allgemeinen Ztg. –<lb/> Köster sandte einen recht interess. Aufsatz ‚Lessing u Gottsched‘; aber nichts für Abthl. I weil mit <hi rend="underlined">Lesarten</hi>. Mit Geiger haben Sie recht. Aber schließ ich ihn aus, so hab ich die ganze Judenmeute auf dem Hals. Mein Verleger ist ohnedies über ihn unglücklich u. bittet mich ihn wenigstens aus dem 1. Heft wegzulassen, was schwer möglich sein wird. Morgen kommen noch 4 Recensionen von Seemüller, dann mach ich die meinigen fertig (länger oder kürzer je nachdem <damage agent="punchHole"><supplied>[Ra]</supplied></damage>um ist) und dann Schluß!<lb/> Ich wache und träume nur ‚Euphorion‘. Nachts tanzen mir Corpus, Borgis, Klein und Groß Petit Csardas vor den Augen; der Briefträger ist eine Staatsperson für mich geworden und immer gaukelt mir das erste Heft schwankend und irrelichterierend vor dem Blick. Ich hoffe, daß ich mit der Zeit ruhiger werde, sonst ist die Zeitschrift mein Ruin. Sie aber werden Gott danken, wenn ich Sie etwas mehr in Ruhe lasse.<lb/> <supplied>weiter auf S. 3 </supplied>Ihre Recensionen sind schon in der Druckerei. Ändern Sie in der Correctur. – Von Ihnen erwart ich nichts mehr. Von Schönbach hab ich Gervinus, Keller, Grimmisches Wörterbuch sicher erwartet, mehrere Anfragen u. <supplied>weiter auf S. 2</supplied> Anerbietungen andrer deswegen abgelehnt. Hoffentlich schickt er mir die Sachen fürs 2. Heft, das im Juni oder Juli erscheinen soll. Treulichst<lb/> Ihr  AS.</p>

Sauer belastete die umfangreiche Arbeit an der Zeitschrift.

Ich wache und träume nur ‚Euphorion‘. Nachts tanzen mir Corpus, Borgis, Klein und Groß Petit Csardas vor den Augen; der Briefträger ist eine Staatsperson für mich geworden und immer gaukelt mir das erste Heft schwankend und irrelichterierend vor dem Blick. Ich hoffe, daß ich mit der Zeit ruhiger werde, sonst ist die Zeitschrift mein Ruin.

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        <title level="s">Briefwechsel Sauer-Seuffert, Digitale Edition</title>
        <title level="a" n="1">August Sauer an Bernhard Seuffert in Graz<lb/>(Prag), 28. Februar 1894 (Mittwoch)</title>
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